uni einsamkeit
08. September 2026
-
14:00
Uhr
bis
10. September 2026
-
12:30
Uhr
Ort:
KSI Siegburg

“Zusammen ist man weniger allein” – Einsamkeit als gesellschaftliches Phänomen im Kontext der Hochschulpastoral

Herbsttagung 2026

Wie zeigt sich Einsamkeit unter Studierenden heute, wen erreichen wir – und wen vielleicht nicht – und welche Rolle spielen digitale Räume für Verbundenheit und Isolation? Diese Fragen wollen wir uns gemeinsam für die Hochschulpastoral stellen.

Einsamkeit begegnet uns in den Orten der Hochschulpastoral immer häufiger – oft leise, vielgestaltig und nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Sie betrifft Studierende in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen und fordert uns heraus, neu hinzusehen und unsere Rolle zu klären. Als gesellschaftliches Phänomen verweist Einsamkeit dabei über das Individuelle hinaus und berührt Fragen von Teilhabe, Gemeinschaft und Zugehörigkeit.

Die Herbsttagung lädt dazu ein, diese Dynamiken gemeinsam zu reflektieren und zu vertiefen. Verschiedene Impulse aus Vorträgen und Workshops eröffnen Perspektiven auf aktuelle Entwicklungen, während der kollegiale Austausch Raum gibt, eigene Erfahrungen einzubringen und miteinander weiterzudenken. So entsteht ein gemeinsamer Suchprozess: Wie können wir als Hochschulseelsorger*innen Studierende darin unterstützen, Wege aus der Einsamkeit zu finden und tragfähige Formen von Gemeinschaft zu erleben?

Anmeldeschluss

26. Juli 2026
Bei Anmeldungen, die später erfolgen, kann eine Unterbringung im Tagungshaus nicht gewährleistet werden.

Beitrag

325 Euro (inkl. Übernachtung, Vollverpflegung und Programm)

Ansprechpartnerin

Hedje Altmaier-Zeidler
Hedje Altmaier-Zeidler
Bildungsreferentin
0228 923 67-23
0177 – 510 1995

Tel. erreichbar: Mo–Mi, 9–13 Uhr (Kernzeit, Montag)

Zuständigkeiten: Planung und Durchführung von Fortbildungen für Hochschulseelsorger*innen (Einführungskurs, Fortbildung im Frühjahr, Herbsttagung u.a.), Begleitung von Ausschüssen (u.a. Beratung, Hauptamtliche, FLINTA*, Kirchenpolitik und Synodaler Weg)

Tagungsprogramm

(kurzfristige Änderungen vorbehalten)
Dienstag, 08.09.    
14:00-15:30/16:00
14:30 – 15:15
15:20 – 16:10
 FLINTA* – informelles Treffen der Hauptamtlichen des Ausschusses Flinta*

Gesprächsrunde mit dem KAAD
Gesprächsrunde mit dem Cusanuswerk  
 
16:15-16:45  Pause   
16:45  – 17:00  Begrüßung und Einführung in das Thema 
17:00-18:00Einblick in die aktuelle Beratungs- und Einsamkeitssituation von Studierenden
Situationsanalyse
Psychologische Beratungsstelle Universität Bonn
 
18:15 Abendessen    
19:30-20:30Austausch zum Thema unter Kolleg:innen 
 20:45Abendimpuls
Ausklang
 
Mittwoch, 09.09.    
08:30Morgenimpuls 
09:00-10:30




10:30 – 10:50


11:00 – 12:30
Junge Erwachsene in der Einsamkeitsspirale: Sozial- und Medienpsychologische Einblicke für Handlungsoptionen in der Hochschulseelsorge
Dr. Aike C. Horstmann (Universität Duisburg-Essen)

Kaffeepause

Perspektiven einsamer und nicht-einsamer Menschen auf Einsamkeit und soziale Einbindung
Prof. Dr. Michael Noak (Hochschule Niederrhein)
 
12:30Mittagessen und Kaffeepause  
14:00 – 16:00

Workshops Teil 1
 
Kaffeepause
16:15- 18:15
Workshops Teil 2
 
17:50 – 18:15 gemeinsamer Abschluss 
 18:15Abendessen
Ausklang
 
 Donnerstag, 11.09.   
09:00-10:20Austausch und Planung unter Kolleg*innen
Was können wir als Hochschulseelsorger*innen gegen Einsamkeit konkret tun?
10:20 -10:40Kaffeepause
10:45 – 12:30Organisatorisches aus den Ausschüssen und dem Bundesverband Katholische Kirche an Hochschulen
12:30  Mittagessen und Abreise  

Zu den Referenten:

Dr. Aike C. Horstmann ist Sozialpsychologin und als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Sozialpsychologie: Medien und Kommunikation der Universität Duisburg-Essen tätig. In ihrer Forschung hat sie sich auf den Themenbereich Einsamkeit und soziale Ängste bei jungen Erwachsenen spezialisiert. Hier beleuchtet sie insbesondere den Einsatz interaktiver Technologien wie Chatbots oder Robotern zur Förderung sozialer Verbundenheit sowie die Risiken der intensiven Nutzung solcher sozial wirkenden Technologien.

Prof. Dr. Michael Noack (folgt in Kürze)

Workshops:

Einsamkeit im (Kurz-) Film  – Oliver Wolff, Hedje Altmaier

Filmische Erzählungen eröffnen einen niedrigschwelligen Zugang zum Thema Einsamkeit in der Arbeit mit Studierenden. Sie regen zur Identifikation an und erleichtern Gespräche über persönliche Erfahrungen. Mit ausgewählten Kurzfilmen nehmen wir besonders in den Blick, wie Einsamkeit darin sichtbar wird, welche Resonanzen sie bei Studierenden auslösen kann und wie filmische Zugänge konkret helfen, Begegnung und Austausch in Hochschulgemeinden zu fördern – etwa in Gruppengesprächen, Themenabenden oder der seelsorglichen Begleitung.

Einsamkeit und der Bindungsaspekt, Beratung nach der Emotionsfokussierten Therapie

Der Workshop verbindet Ansätze aus Beratung und emotionsfokussierter Therapie, um Einsamkeit bei Studierenden und jungen Erwachsenen im Kontext der Hochschulseelsorge besser zu verstehen. Im Mittelpunkt stehen emotionale Prozesse, Beziehungserfahrungen und konkrete Zugänge, um Betroffene achtsam zu begleiten. Neben fachlichen Impulsen bietet der Workshop Raum für kollegialen Austausch und die Reflexion der eigenen seelsorglichen Praxis.

„Einsamkeit sichtbar machen“

Wie können Einsamkeitserfahrungen nonverbal ausgedrückt werden? Therapeutisches Malen nach Carl Gustav Jung kann ein möglicher kreativer Zugang sein, um Erfahrungen zu reflektieren und im geschützten Rahmen innere Bilder sichtbar machen. Für Studierende  kann dies eine Möglichkeit sein, neue Perspektiven auf Verbindung und Zugehörigkeit zu entdecken.

Zukunft gestalten: Hochschulpastoral visionär und wirksam entwickeln – Dr. Björn Hirsch

In diesem Workshop entwickeln die Teilnehmenden eine klare, kontextbezogene Vision für ihre Hochschulpastoral und konkretisieren diese entlang relevanter Zielgruppen. Mithilfe kreativer Methoden wie LEGO Serious Play, Persona-Entwicklung und Prototyping entstehen erste umsetzbare Konzepte für die Praxis. Ziel ist es, innerhalb von drei Monaten konkrete Schritte zur Weiterentwicklung vor Ort zu realisieren.

Zwischen Verbindung und Vereinsamung: Chancen und Risiken digitaler Medien in der Hochschulseelsorge – Dr. Aike Horstmann

Digitale Medien sind für viele Studierende ein zentraler Bestandteil ihres Lebens und zugleich ein ambivalenter Faktor im Erleben von sozialer Verbundenheit. Dieser Workshop beleuchtet, wie digitale Angebote gezielt als niedrigschwellige Zugänge zu Unterstützung genutzt werden können, insbesondere für Studierende mit sozialen Ängsten, die häufig mit Einsamkeit einhergehen. Gleichzeitig richten wir den Blick auf problematische Nutzungsmuster digitaler und sozialer Medien als mögliche Verstärker von Einsamkeit. Die Teilnehmenden erarbeiten gemeinsam Kriterien, um solche Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und im seelsorgerischen Kontext angemessen darauf zu reagieren. Der Fokus liegt dabei bewusst auf der problematischen Nutzung von digitalen Medien als Vorstufe stärker ausgeprägter Abhängigkeit. Ziel des Workshops ist es, Chancen und Risiken differenziert einzuordnen, um reflektierte und wirksame Handlungsansätze innerhalb der Hochschulseelsorge zu entwickeln.

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Featured image: 佳叶 范 auf Unsplash