Ergebnisse und Perspektiven der zweiten Sitzung am 28./29. März
Die 14 Mitglieder des Hauptausschusses, der zwischen den Mitgliederversammlungen die Geschicke des Bundesverbandes lenkt, trafen sich am 27./28. März in Frankfurt M. zu ihrer zweiten Sitzung. Wichtigste Themen waren: die Arbeit der Ausschüsse, die inhaltliche Gestaltung der MV im November, ein neues Bildungsprojekt für Studierende und ein ausführliches Gespräch mit der Präsidentin des Rates Muslimischer Studierender und Akademiker (RAMSA).
Ausschüsse: Vernetzung und Sicherstellung von Kontinuität
Im Bundesverband arbeiten zurzeit 11 Ausschüsse mit ganz unterschiedlichen Profilen und Aktivitäten. In welcher Weise diese Arbeit unterstützt und gefördert werden kann, hat der Hauptausschuss auf der Grundlage einer Vorlage der Geschäftsstelle diskutiert. Der bisherige, wenig erfolgreiche Versuch, über ein breites Treffen möglichst viele Mitwirkende in den Ausschüssen zu vernetzen, soll nicht fortgesetzt werden. Vor der Sommerpause wird die Geschäftsstelle mit den Sprecher*innen aller Ausschüsse überlegen, welche Angebote und Strukturen die Engagierten in den Ausschüssen in ihrer Arbeit unterstützen und ihnen thematische Anregungen vermitteln können.
Weil der Hauptausschuss davon ausgeht, dass unter der neuen Bundesregierung viele Aspekte der bisherigen Migrationsarbeit unter Druck geraten oder abgeschafft zu werden drohen, möchte er sich gerne darauf vorbereiten, aus dem Bundesverband heraus mit Fachleuten bei Bedarf zeitnah eine sachlich fundierte Stellungnahme abzugeben. Er fragt deshalb den Ausschuss Bildungs-, Gesellschafts- und Kirchenpolitik (BGK) an, ob er Personen und Kapazitäten für ein solches vorhaben hätte.
Wenn Ausschüsse vorübergehend nicht aktiv sind, scheint es nach Ansicht des Hauptausschusses sinnvoll, diese zunächst als “ruhend” zu bezeichnen, insbesondere dann, wenn das Thema des Ausschusses im Kernbereich der Grundsatzthemen des Bundesverbandes liegt.
Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit – eine sensibles Thema in der MV
Das Programm der Mitgliederversammlung, die am 14./15. November in Stuttgart tagt (mit dem anschließenden Qualifizierungstreffen für Haupt- und Ehrenamtliche) ist durch das fünfköpfige Vorbereitungsteam schon zu großen Teilen entwickelt. Der Hauptausschuss freut sich, dass der neue Bischof von Rottenburg-Stuttgart seinen Stellvertreter, Weihbischof Matthäus Karrer, als Gast delegiert. Das Schwerpunktthema “Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit” – das auch an Hochschulen leider weit verbreitet ist – soll auch in der Begegnung mit betroffenen Menschen bearbeitet werden. Der Hauptausschuss hat deshalb entschieden, dass vor diesem Hintergrund eigens zwei qualifizierte Personen aus oder im Umfeld der Hochschulseelsorge als Awareness Beauftragte engagiert werden sollen.
Eine Begegnung in großer Offenheit weckt Verständnis für die Situation muslimischer Studierender und öffnet Perspektiven gegen Diskriminierungsgefühle
Dass es seit dem 7. Oktober 2023 – dem Überfall der Hamas Terroristen auf Israel und dem Krieg in den palästinensischen Gebieten und im Nahen Osten seither -, dass es in dieser Situation sehr schwierig geworden ist, Kontakte mit jüdischen und mit muslimischen Studierenden zu halten oder zu knüpfen, haben nicht nur viele Hochschulgemeinden vor Ort erfahren. Auch in der Interreligiösen Arbeitsgruppe “Religion an der Hochschule” auf der Bundesebene, sind wir zurzeit in diesem Netz gefangen. Umso erfreulicher war es, dass sich die Präsidentin des Rates Muslimischer Studierender und Akademiker (RAMSA), Ayse Cindilkaya, zu einem ausführlichen Gespräch mit dem Hauptausschuss bereit fand. Ihr offener und persönlicher Bericht hat die Situation von muslimischen Studierenden in Deutschland sehr plastisch gemacht. Sie ermutigte die Mitglieder des Bundesverbandes, auf muslimische Hochschulgemeinden zuzugehen.
Im gemeinsamen Gespräch skizzierten sich einige mögliche Wege heraus, um Diskriminierung(sgefühle) zu überwinden: Es könnten – gerade bei bestimmten Ereignissen oder Jahrestagen – gemeinsam Räume für Trauer geschaffen werden. Bei deutschen Studierenden wäre eine Sensibilisierung für die Diskriminierungserfahrungen von Juden und Muslimen in Deutschland sehr wichtig. Multireligiöse Feiern sollten so gestaltet werden, dass Gebete und Rituale der beteiligten Religionen rein und nicht vermischt nebeneinander erfahren werden.
Menschen einfügen
Dieser Beitrag wurde verfasst von Katharina Gebauer von wunderlichundweigand.