Hochschulpastoral als Partnerin für die Integration internationaler Studierender

DSW Fachtagung mit Workshop von Hochschulseelsorger*innen

Wie kann sozialakademische Integration internationaler Studierender gelingen? Mit dieser Frage beschäftigte sich die bundesweite Fachtagung des Deutschen Studierendenwerks (DSW) am 16. und 17. Juni in Berlin. Rund 100 Fachleute aus Studierendenwerken, Hochschulen, International Offices und Beratungsstellen kamen zusammen, um aktuelle Herausforderungen und erfolgreiche Praxisbeispiele zu diskutieren.

Prof. Dr. Beate A. Schücking, Präsidentin des DSW, machte in ihrer Eröffnungskeynote auf ein zentrales Spannungsfeld aufmerksam: Deutschland ist angesichts des demografischen Wandels auf internationale Studierende angewiesen, stellt den Hochschulen und Studierendenwerken jedoch nicht im gleichen Maße die notwendigen Ressourcen für Wohnraum, Beratung und soziale Infrastruktur zur Verfügung. Gleichzeitig erschweren gesellschaftliche Vorbehalte und migrationskritische Entwicklungen eine gelingende Integration.

Ein weiterer Höhepunkt der Tagung war die Keynote von Prof. Dr. Peer Pasternack (Institut für Hochschulforschung Halle-Wittenberg). Er zeigte auf, wie Hochschulen ihre demokratische Resilienz gegenüber rechtspopulistischen und rechtsextremen Entwicklungen stärken können und stellte konkrete Strategien zum Schutz demokratischer Hochschulstrukturen vor.

Die Hochschulpastoral gestaltete gemeinsam mit Corinna Hirschberg (Bundes-ESG), Maria Ximena Ordóñez (khg Göttingen) und Michael Rösch (KHG Augsburg) die Session „ESGn und KHGn: Integrationsort für Studierende und Kooperationspartner für Hochschulen und Studierendenwerke“. Im Mittelpunkt standen die vielfältigen Beiträge der Hochschulgemeinden zur sozialakademischen Integration internationaler Studierender sowie ihre Zusammenarbeit mit Hochschulen und Studierendenwerken. Dabei wurde deutlich, dass Hochschulgemeinden nicht nur Beratungs- und Unterstützungsangebote bereitstellen, sondern auch Gemeinschaft, Orientierung und Zugehörigkeit ermöglichen. Der gelebte Glaube kann dabei eine wichtige Ressource für Integration, Resilienz und das Ankommen in einer neuen Gesellschaft sein.

Die Session war geprägt von einem intensiven und praxisnahen Austausch. Besonders Mitarbeitende psychosozialer Beratungsstellen und verschiedener Studierendenwerke zeigten großes Interesse an einer engeren Zusammenarbeit mit den Hochschulgemeinden. Als konkrete Anregungen wurden ein transparenterer Informationsfluss über Weitervermittlungen von Studierenden, ein regelmäßiger Newsletter der Hochschulgemeinden für Beratungsstellen sowie ein Überblick über Beratungs-, Seelsorge- und Unterstützungsangebote einschließlich finanzieller Hilfen genannt. Die Rückmeldungen machten deutlich: ESGn und KHGn werden als verlässliche Partnerinnen wahrgenommen, wenn es darum geht, internationale Studierende sozial und persönlich auf ihrem Weg in Studium, Gesellschaft und Arbeitsmarkt zu begleiten.

Bericht: Ximena Ordóñez (khg Göttingen)

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