Herbsttagung der katholischen Hochschulseelsorger*innen vom 8. bis 10. September 2026 in Siegburg
Einsamkeit ist unter Studierenden präsent – oft leise, vielgestaltig und nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Unter dem Titel „Zusammen ist man weniger allein“ hat sich die Herbsttagung der Hochschulpastoral vom 8. bis 10. September im KSI Siegburg deshalb intensiv mit Einsamkeit als gesellschaftlichem Phänomen beschäftigt.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Einsamkeit heute bei Studierenden sichtbar wird und was das für die Hochschulpastoral bedeutet. Fachliche Impulse und der Austausch unter Kolleg:innen machten deutlich: Einsamkeit hat viele Gesichter, viele Gründe. Alleinsein und Einsamkeit sind nicht dasselbe, und Menschen können sich auch dort einsam fühlen, wo viele andere Menschen um sie herum sind.
Nach Erfahrungsberichten aus der Psychologischen Beratungsstelle des Studierendenwerks Bonn mit David Winkelmann und einem berührenden studentischen Poetry Slam von Edda Reis gaben Dr. Aike Horstmann (Universität Duisburg-Essen) und Prof. Dr. Noack (Hochschule Niederrhein) einen differenzierten Einblick in das Thema Einsamkeit.
Besonders wichtig war dabei auch immer der Perspektivwechsel: Was für die Hauptamtliche selbstverständlich und niedrigschwellig erscheint, kann von Studierenden durchaus als Barriere erlebt werden. Gerade wer unsicher ist oder sich schämt, über Einsamkeit zu sprechen, braucht einen möglichst einfachen und geschützten Zugang. Die Frage „Wen erreichen wir – und wen vielleicht noch nicht?“ nahm deshalb viel Raum ein.
Dabei wurde auch die Bedeutung digitaler Räume deutlich. Social Media kann Einsamkeit verstärken, zugleich aber auch eine Möglichkeit sein, erste Kontakte herzustellen und auf Angebote aufmerksam zu machen. Für die Hochschulpastoral gilt es daher, die Lebenswelt der Studierenden noch stärker in den Blick zu nehmen.
Am Ende stand weniger ein fertiges Konzept als vielmehr eine gemeinsame Haltung: genauer hinzuschauen, Studierende nach ihren Bedürfnissen zu fragen und Angebote näher an ihrem Alltag zu entwickeln. Hochschulgemeinden können Orte sein, an denen Menschen Gemeinschaft erleben und erfahren: Hier bin ich willkommen.
Die Tagung hat damit auch den Blick auf die eigene Praxis geschärft. Wie sprechen wir über unsere Angebote? Wie schaffen wir Zugänge? Und wie können wir dazu beitragen, dass Studierende mit ihrer Einsamkeit nicht allein bleiben?
Vielleicht beginnt Veränderung genau dort: mit Aufmerksamkeit, Offenheit und dem Mut, Gemeinschaft immer wieder neu zu gestalten.
Bericht: Hedje Altmaier-Zeidler

